Er konnte nie genug kriegen

Während unserer Beziehung und Ehe ist es ganz oft passiert, dass schöne Dinge für meinen Ex nach dem ersten Ausprobieren schnell unverzichtbar wurden. Wie irgendeine Droge, die sofort süchtig macht. Und irgendwie hatte ich immer meinen Teil dazu beizusteuern, dass er seine Droge bekam.

Irgendwie fühlte sich das Ganze für mich unausweichlich an: als wäre ich in den Sumpf gefallen oder beim Schwimmen aus Versehen in einen Strudel geraten, aus dem ich selbst nicht mehr alleine herauskam. Und ich habe das gemerkt und konnte nichts dagegen tun. Es war unheimlich. Das war wie einer dieser bösen Träume, in denen man Hilfe braucht und sich die Seele aus der Brust schreit – aber obwohl eine riesige Menschenmenge um dich steht, fühlt es sich so an, als würde dich keiner hören oder sehen.

Es ist ja normal, dass man schöne Dinge wiederholen will, aber doch nicht mit solchem Nachdruck..? Anfangs saßen wir oft lange zusammen auf dem Sofa, haben gequatscht und einander dabei gestreichelt. Speziell wenn man wie ich vorher in einer Beziehung war, die nicht unbedingt von viel Zuneigung geprägt war und dann längere Zeit Single war, weiß man diese Zärtlichkeiten besonders zu schätzen. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich einmal mit dem Streicheln eine Pause gemacht hatte, weil ich mich auf die Handlung in einen Film konzentriert hatte. “Stimmt etwas nicht?” fragte er sofort. – Huch?! Ich war echt erschrocken über die Frage. Der Film hatte mich gefesselt, und ich hatte versteinert weitergeguckt, weil er spannend war. Vielleicht sieht das komisch aus, wenn man so da sitzt, aber da ist eigentlich nichts Schlimmes dran, finde ich… Und vor allem nichts, was er hätte persönlich nehmen müssen. Sogar jetzt noch habe ich tatsächlich fast den Drang, mich hier für die Pause zu rechtfertigen, weil es sich anfühlt, als wäre das gerade eben passiert. – “Du hörst auf, mich zu streicheln. Ist alles okay zwischen uns, oder gibt es etwas, das du mir sagen möchtest?” – Wie bitte? Mich hat sein Bohren total irritiert. Ich mache mal kurz Pause, und das nimmt er so wichtig? Ich hab mich auf jeden Fall sehr unwohl gefühlt und ihn besänftigt, indem ich ihm gesagt habe, wie sehr ich ihn liebe, dass er sich keine Sorgen machen muss usw. Und dann habe ich ihn natürlich weiter gestreichelt, und zwar bis er das irgendwann unterbrochen hat, um kurz zur Toilette zu gehen. Beim nächsten “Sofaabend” musste ich wieder an die Situation denken, und ich war tatsächlich davon überzeugt, dass der Grund für sein seltsames Verhalten nur Unsicherheit oder Minderwertigkeitsgefühle sind. Das ist absolut nicht sexy, aber ich hatte Mitleid, und darum habe ich ihn ihm zuliebe die ganze Zeit pausenlos gestreichelt, damit wir nicht wieder so ein Erlebnis haben. Ich wollte, dass er sich gut fühlt. Beim nächsten Mal habe ich das wieder gemacht, und dann wieder, und dann… dann wurde es irgendwann anstrengend. Und dann hab ich einfach eine Pause gemacht. Und er hat daraufhin meine Liebe infrage gestellt… Ja, ich hab ihn doch geliebt, aber das pausenlose Streicheln ist doch kein Beweis dafür oder dagegen. Oder doch?! Nein. – Es gab einen kleinen Streit. Ich hab mich rechtfertigt, rumgestottert, weil ich echt nicht wusste, was ich sagen sollte, um die Situation wieder gerade zu biegen… Irgendwie hat Letzteres auch dann geklappt, aber so langsam fing ich an, mich zu fragen, ob er verrückt ist oder ob ich verrückt werde… Etwas später hat sich eine ähnliche Situation ergeben, und dann irgendwann noch eine, und jedes Mal wurde er saurer, sein Zorn stärker, seine Stimme lauter, sein Blick eiserner, und irgendwann schrie er dabei, bekam Tobsuchtsanfälle, ging mit schnellen Schritten durch die Wohnung und wütend auf mich zu, als würde er mich gleich schlagen, um dann 10 cm vor mir zu stoppen und dann irgendwelche Monologe zu halten, dass man sich so und so zu verhalten hat, wenn man jemanden liebt, und wenn man sich anders verhält, wäre das ein Zeichen dafür, dass man den anderen nicht liebt usw. Ich bekam Panik, Heulkrämpfe und wollte das immer irgendwie wieder gerade biegen. Ich bin zu dem Zeitpunkt gar nicht auf die Idee gekommen, dass wir das mit Reden, Zuhören und Verständnis nicht wieder hinkriegen können. Irgendwann würde er mich sicher verstehen… Ich habe mich entschuldigt, versucht ihn zu besänftigen, es wieder gut zu machen und ihm meine Liebe zu beweisen… Und er hat das Ganze schlimmer gemacht, indem ihm kein Wiedergutmachungsangebot gut genug war, indem er mir immer wieder zu verstehen gab, wie lächerlich meine Wiedergutmachungsversuche seien und wie wenig sie den Schaden, den ich angerichtet hätte, wieder kompensieren können.

Mit der Zeit wurden es immer mehr Dinge, nach denen er süchtig wurde: das Streicheln im Bett nach dem Aufwachen, das gemeinsame Duschen, seine tägliche Rückenmassage unter der Dusche, das gemeinsame Frühstück, zweimal täglich Sex, der Kuss bei jeder erdenklichen Gelegenheit, der Kuss im Auto an jeder roten Ampel, der gemeinsame Nachtisch jeden Abend, das Reden und Schreiben in der Wir-Form (egal mit wem), das Händchenhalten während der Autofahrt, das tägliche Arm-in-Arm-Einschlafen (wovon ich irgendwann tierische Rückenschmerzen bekommen habe und zum Orthopäden musste, weil ich immer in einer ungünstigen Position liegen oder auf der Seite schlafen musste, was ich eh noch nie konnte)… Es war ganz gruselig, denn wenn ich diese Dinge nicht “richtig” machte, d.h. wenn er den Eindruck bekam, dass ich sie “lieblos” oder anders als sonst und mit weniger Engagement oder kürzer als sonst machte, gab es irgendwann schlimme Auseinandersetzungen, um nicht zu sagen totale Aussetzer von ihm, die mir echt Angst machten.

Wäre er einfach sauer gewesen, wäre das weniger schlimm gewesen, als das, was er getan hat: er war nämlich oft überzeugt, dass ich ihn anlüge, dass ich ihn gar nicht liebe, und dass er auch den Grund dafür weiß: ich würde ihm nämlich bestimmt irgendwann fremdgehen wollen, ich würde ihn irgendwann verlassen wollen…. So absurd das klingt: nein, das wollte ich zu dem Zeitpunkt eigentlich nicht. Nur je mehr sich diese Situationen häuften, desto mehr kam bei mir die Einsicht, dass das vielleicht gar keine so schlechte Idee ist.

Böse Menschen

Böse Menschen sind oft nett — denn dann können sie ungestörter Böses tun.

Ich habe in der Vergangenheit oft von mir auf andere geschlossen, ohne großartig darüber nachzudenken. Im Wesentlichen waren es zwei Eigenschaften, die mich — projiziert auf andere — selbst in eine gefährliche Situation gebracht haben: Wenn ich nett zu jemandem bin, meine ich das so, und wenn ich etwas sage, meine ich das auch in den meisten Fällen so. Mich hat dieses Gedankenkarussell halb verrückt gemacht und es hat lange gedauert, bis mir klar wurde, dass nicht jeder es gut mit mir meint, wenn er Dinge tut, die ich nur dann tun würde, wenn ich es gut mit dieser Person meine.


Er hat 7 meiner Menschenrechte und 6 meiner Grundrechte auf dem Gewissen – und er kommt damit davon.

Mein Ex hat während unserer Beziehung und Ehe sieben meiner Menschenrechte und sechs meiner Grundrechte missachtet. Er hat mir diese Rechte nie auf die Art genommen, die mir die Möglichkeit gegeben hätte, rechtlich etwas dagegen zu tun. Es gibt einfach nicht viele Formen der psychischen Gewalt, gegen die hier in Deutschland irgendwelche Gesetze helfen oder angewendet werden können. (In Frankreich wäre sein Verhalten strafbar, und in Amerika würde die eine oder andere Situation als Vergewaltigung angesehen werden.) Aber ich weiß, dass mein Ex mir diese Rechte genommen hat. Er brauchte mir diese Rechte gar nicht offensichtlich zu nehmen, er musste mir nichts verbieten – denn wenn ich weiß, dass ich mit Tobsuchtsanfällen, Suiziddrohungen und -versuchen und durch die Luft fliegenden Gegenständen rechnen muss, wenn ich diese Rechte ausüben will, dann ist es dasselbe, als würde er mir all diese Dinge schwarz auf weiß und in aller Öffentlichkeit verbieten:

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Aber vielleicht ändert er sich ja doch?

Ich habe mich vor der endgültigen Trennung schon einmal getrennt, uns es gab so viele Situationen, in denen ich nahe dran war, es Hals über Kopf einfach wieder zu tun, aber ich zögerte immer. Nach der ersten Trennung konnte er mich schnell zurück gewinnen, denn er brachte mich dazu, mich und meine Entscheidung in Frage zu stellen, er verunsicherte mich und schaffte es, an mein Gewissen und meine Gutgläubigkeit zu appellieren: er weckte die Stimme in mir, die in solchen Situationen sagt, dass jeder eine zweite Chance verdient hat, dass jeder sich ändern kann, dass ich ja selbst das Scheitern unserer Beziehung nicht will und daran arbeiten will…

Ja, das klingt verrückt, denn ich hatte nichts falsch gemacht, woran ich hätte arbeiten müssen, und mittlerweile sind die Stimme in mir und ich so weit, dass wir beide der Meinung sind, dass 1. niemand eine zweite Chance von mir bekommen muss, wenn ich mich damit nicht wohlfühle, dass sich 2. nicht jeder Mensch ändert, und dass die Trennung 3. nichts mit persönlichem Scheitern zu tun hat, sondern die einzig richtige Lösung war.

Was mir damals geholfen hat, mich irgendwann endgültig von meinem Ex zu lösen und das alles konsequent durchzuziehen, war die folgende Überlegung: jemand, der es gut mit dir meint, wird sich immer von seiner besten Seite zeigen, aber jemand, der es nicht gut mit dir meint, wird genau dasselbe tun — und zwar so lange, bis er dein volles Vertrauen hat, um sich dann mit voller Wucht um 180 Grad zu drehen und dich wieder zu verletzen.

Er hatte etwas von Joe Goldberg aus „You“

Er hat insistiert und er war hartnäckig, sehr hartnäckig. Hat mich mit Liebesbekundungen überschüttet und mir andauernd erzählt, wie unglaublich hübsch und attraktiv ich doch sei. Und wenn man voher bisher wohl eher nicht auf Händen getragen worden ist, kann man das zwar anfangs kaum glauben. Aber mir ist es leicht gefallen, zu glauben, dass ich einfach dieses mal nicht Pech, sondern Glück gehabt hatte.

Okay, was er zur Seelenverwandschaft sagte, das fand ich etwas übertrieben, und auch sein „Ich liebe dich“ nach viel zu kurzer Zeit hat mich regelrecht überfallen, aber es war okay so.

Mittlerweile weiß ich: wenn etwas zu schön zum Wahrsein ist, dann ist es auch meistens nicht wahr.

Die Erkenntnis kam bei mir spät. Denn nach bisherigen Beziehungen, die vielleicht einfach zu einseitig abliefen, wo man sich entfremdet hat und die einfach „normal“ auseinandergingen, war ich auf dem besten Weg in eine ganz unnormale Katastrophe.

Zurück zum Anfang: wir haben uns online kennengelernt. Ein bisschen gechattet, und dann war ein paar Tage Funkstille. In diesen paar Tagen lag mein Geburtstag, und er gratulierte mir. Ich hab mir mit der Antwort Zeit gelassen, denn ich steckte bis über beide Ohren in Arbeit und hatte ein Profil online, weil ich nicht den Rest meines Lebens allein verbringen wollte, aber manchmal ist einfach der falsche Zeitpunkt für eine neue Beziehung, und das war eigentlich ein falscher Zeitpunkt. Aber eigentlich war er aufmerksam, interessiert, charmant… also schrieb ich ihm zurück.

Da passierte etwas Seltsames: statt dass er sich in erster Linie freute, dass ich mich meldete, gab er mir eher das Gefühl, dass es nicht okay war, dass ich mich zu spät meldete. Irgendwie seltsam, aber es gibt viele Männer online, denen es gar nicht schnell genug gehen kann, bei denen eine Rückmeldung nach länger als einem Tag eine Absage ist, und die sich teils ein Treffen so sehr wünschen, dass sie sich selbst ein bisschen unter Druck setzen. Also fand ich das komisch, aber es konnte ja tausend Gründe dafür geben, und mir fielen eher positive als negative Gründe ein.

Ein paar Tage später trafen wir uns, und wir kamen zusammen. Bis er mir dann eine Woche später eröffnete, er hätte eine Freundin, mit der er zusammenwohnen würde, aber die Beziehung sei schon lange nur noch so dahingeplätschert. – Aha. Mein erster Gedanke war: so ein Arsch! Mich hat das verstört. Und ich war auf so etwas nicht vorbereitet. Ich glaube, Letzteres war das größte Problem. Ich hatte keine klaren Grenzen für so einen Fall, und ich wusste auch nicht, was ich tun würde, wenn diese jemand überschreitet. Kurz: ich habe ihm gesagt, dass ich sowas nicht will, und dass er bitte erst seine Beziehung regeln soll. Das Problem war, dass ich ja schon mehr oder minder voll in einer Beziehung mit ihm steckte. Die Sympathie war da, es baute sich ein erstes Vertrauen auf. Und dann sowas!

Aber er beteuerte mir ja, dass er mich über alles liebte… Und als ich auf dem Geburtstag einer Freundin war, hat er sich von seiner damaligen Freundin getrennt. Er erreichte mich erst mal nicht, weil ich da ja nicht dauernd Augen für mein Handy hatte. Noch bevor ich richtig die Chance hatte, mich über seine Trennung und die Entscheidung für mich zu freuen oder darüber nachzudenken, ob ich ihn überhaupt noch wollte (denn ich dachte, er trennt sich eh nicht), kam von ihm statt Freude über meinen Rückruf erst mal durch die Blume Kritik mirgegenüber. Ich wüsste ja gar nicht, wie mies er sich fühlt, und ich wäre nicht erreichbar gewesen, und er wüsste ja gar nicht, wo er jetzt hinsollte… Also hat er bei mir übernachtet, denn er gab mir das Gefühl, dass ich meinen Freund ja nicht im Regen stehen lassen könnte. – Im Nachhinein eine ziemlich dreiste Masche.

Kurz darauf zog er bei mir ein. Mir ging das alles viel zu schnell. Aber irgendwie schaffte er es, mir das Gefühl zu geben, ich vernachlässige ihn, wenn ich ihn nicht einziehen lasse. – Aus der Außenperspektive völliger Unnsinn, denn er war ja selbst schuld an seiner Lage, und ich hatte eigentlich weder Zeit noch Platz für ihn, und wie gut kennt man schon jemanden nach sechs Wochen? Ich fühlte mich also gar nicht wohl, aber er zog bei mir ein. Für mich war das komplett unromantisch. Und von ihm war es der erste Schritt, nach und nach mein komplettes Leben zu infiltrieren.

Genauso manipulativ verhält sich Joe in der Serie You.

In dieser Phase wusste ich nicht genau, ob ich das alles schön oder gruselig finden sollte, was da mit mir passierte. Er hat nacheinander meine Grenzen eingerannt. Und was habe ich gemacht? Statt ihm meinen Standpunkt klarzumachen und Schluss zu machen, habe ich meine Grenzen immer ein kleines Stückchen weiter angepasst. Es fühlte sich komisch an. Gleichzeitig war er aber romantisch, zuvorkommend, interessiert und charmant, so dass ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe.

Wenn du mich liebst, dann machst du, was ich will, und hast gefälligst Spaß dabei!

Kennt ihr das? Am Anfang einer Beziehung – nennen wir es Phase 1 – ist alles voller Feuerwerk und Leidenschaft, und man will kaum eine Sekunde ohne einander verbringen? Dann, nach einer Weile, meldet sich der Alltag wieder, und die Beziehung bekommt nicht mehr 100% unserer Zeit und Aufmerksamkeit. – Sowas ist ganz normal, denn trotz toller Beziehung hat man ja meistens noch ein Leben außerhalb der Beziehung mit Job, sozialen Kontakten, Hobbies und anderweitigen Zielen, Plänen und Verpflichtungen. Und wenn man das alles bewältigen will, ist das einfache Mathematik, dass die Beziehung nicht dauerhaft 100% bekommen kann. Dieser Moment ist der Punkt, an dem aus Verliebtheit Liebe wird und Phase 2 startet.

Manche Beziehungen meistern das spielerisch, manche Beziehungen enden an dem Punkt, und in manchen Beziehungen startet da das heillose Chaos. Bei uns war Letzteres der Fall.

Zwei Dinge waren bei uns komplett anders als bei anderen Paaren: mein Ex forderte das Feuerwerk aus Phase 1 konsequent und dauerhaft ein und verlangte vollkommene Hingabe und Aufmerksamkeit. Und ab dem Moment, wo ich ihm freiwillig und aus eigenen Stücken eine kleine Freude mit etwas machte, wurde das ab dem Moment als Selbstverständlichkeit angesehen und eingefordert. Wenn er aber das Gefühl hatte, dass von mir zu wenig Initiative kam, gab es Streit.

Ich war also in einem Teufelskreis gefangen: ich hatte ihn einmal beim Duschen massiert, also war es für ihn klar, dass ich das ab sofort immer tue. Und wehe, er hatte das Gefühl, es war heute mal kürzer als gestern: dann gab es Streit oder zumindest schlechte Stimmung, er unterstellte mir manchmal, ich würde ihn weniger lieben usw. Und er meinte manchmal zu bemerken, dass ich ihn an diesem Tag “lieblos” massierte: er drehte sich dann wütend weg, denn wenn ich das so machen würde, dann bräuchte ich es gar nicht zu tun… Und es gab Streit. Aber so richtig. Und ich war vollkommen perplex: statt ihn zu verlassen, versuchte ich ihm zu beweisen, dass das ja gar nicht stimmte, dass ich ihm eine Freude machen wollte, wie sehr ich ihn liebte usw. und ritt mich immer tiefer rein. Ich verstand einfach nicht, wie meine und seine Wahrnehmung so weit auseinander liegen konnten.

Noch viel schlimmer war es im Bett. Hier verlangte er vollen Einsatz und das ganz große Kino – und zwar oft mehrfach am Tag. Am Anfang einer Beziehung steht üblicherweise auch das Thema mehr im Vordergrund als nach ein paar Wochen. Aber auch wenn ich, was die Intimitäten betrifft, in meiner vorherigen Beziehung viel zu kurz gekommen war und gefühlt etwas “Nachholbedarf” hatte, war mir das irgendwann einfach zu viel: mein Körper hat das auch nicht mitgemacht, ich hatte andere Vorstellungen von Freizeit- und/oder Abendgestaltung, und ich bin ja keine Maschine, die zweimal am Tag genau zu dem Zeitpunkt Lust hat, wo er erwartet, dass ich auf ihn zukomme. Ja, richtig: als Zeichen meiner Lust und Liebe hatte die Initiative stets von mir auszugehen. Mir wird jetzt noch übel, wenn ich das aus der Außenperspektive betrachte! Sämtliche Familienbesuche, Treffen mit Freunden u.ä. lösten bei ihm Wiederwillen aus, denn es könnte ja sein, dass die Intimitäten dann zu kurz kämen. Um also den Haussegen nicht in Gefahr zu bringen und eine Basis dafür zu schaffen, habe ich vorher im Bett mein Bestes gegeben – zumindest so gut es ging, denn mich hat das Ganze so unheimlich angewidert, wie er mit mir umgegangen ist. Davon abgesehen, hatte er nicht immer vorher geduscht, denn “wenn man jemanden liebt, dann ist man vor dieser Person ja nicht fies”. Es war echt nicht schön, und ich habe einfach durchgehalten, denn er konnte toxische Wutanfälle mit ungewissem, aber beängstigendem Ausgang bekommen, hat Treffen kurzfristig abgeblasen, die mir wichtig gewesen wären, war mir oft tagelang böse und verlangte dauernd Kompensationen für irgendwelche Dinge, die ich angeblich falsch gemacht haben sollte. Also habe ich versucht, den Dingen den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem ich wieder und wieder die Initiative ergriffen habe, um ihm ein angenehmes Erlebnis im Bett zu bereiten; natürlich habe ich die Sache nicht einfach nur abgearbeitet, sondern ich habe ihm wieder und wieder beteuert, wie viel Spaß ich doch dabei hätte, weil ich Angst hatte, was mir passieren könnte, wenn er einen anderen Eindruck bekommt.

Ich hätte nein sagen sollen? Ja, aber ich wollte mich schützen. Ich hätte es so gern getan, aber ich konnte einfach nicht NEIN sagen, denn so, wie er mich behandelt hat, war meine Angst einfach viel zu groß, was passieren würde, wenn ich etwas ablehne. Ich wollte mich nicht in Gefahr bringen. Denn ganz ehrlich: einmal ist immer das erste Mal. Bloß weil jemand mir körperlich noch nie etwas angetan hat, heißt das nicht, dass er es nie tun wird. Ganz besonders dann nicht, wenn er so egoistisch ist und mich eh schon so behandelt. (Falls es euch ähnlich geht, findet ihr hier einen weiteren Artikel dazu, der mir in Teilen wirklich aus der Seele gesprochen hat.)

Auch wenn mir nicht immer nach dem vollen Programm zumute war, oder ich mittendrin fast eingeschlafen wäre, weil ich zwölf Stunden gearbeitet und teilweise nur vier Stunden nachts geschlafen habe: mir wurde das sofort als Desinteresse und Lieblosigkeit unterstellt, denn “Wenn man jemanden liebt und Lust auf ihn hat, dann siegt das über die Müdigkeit.” und “Wenn man jemanden liebt, dann macht man ihm gerne eine Freunde.” – Na klar.

Ich habe ganz lange einfach Panik gehabt und durchgehalten. Die Müdigkeit habe ich mit Koffeintabletten bekämpft (Nicht nachmachen: ist a) ungesund und hat b) leider auch nicht wirklich geholfen!) und beim Rest habe ich mir immer gesagt, dass ich mir damit mindestens einen halben Tag “Freiheit” erkämpfe.

Es ist vollkommen erschreckend, wenn ich das alles rückblickend betrachte: ich kann mir vom Bauchgefühl her im Moment absolut nicht vorstellen, jemals wieder mit einem Mann eine Beziehung einzugehen. Nicht weil alle Männer so sind! Um Gottes willen: viele meiner Freundinnen haben wirklich tolle Männer, auf die sich sich verlassen können, die sie lieben, respektieren und unterstützen, und mit denen sie eine harmonische, glückliche Beziehung führen. Es sind viel mehr die schlimmen Erinnerungen, die ich aus dieser Beziehung hier mitgenommen habe, die mich in solchen Momenten verfolgen: Streit, Egoismus, Drohungen, Erpressung, Grenzüberschreitungen, Ausgenutztwerden, Lügen… Denke ich an eine neue Beziehung, sehe ich automatisch all das negative und die Gefahren meiner alten Beziehung vor mir, und mir wird ganz schlecht, und ich habe das Gefühl, alles nochmal zu durchleben.

Vom Verstand her weiß ich, dass mein Leben irgendwann wieder normal werden wird. Auch wenn das Thema sicherlich die letzte Baustelle ist, die geschlossen wird. Ich möchte eine Familie und Kinder und ein erfülltes Leben und einen tollen Partner an meiner Seite. – Aber bitte auf keinen Fall jetzt!!! Erst mal Baustellen beheben und den ganzen Mist verarbeiten. Dann kann ich weiter sehen…

Wir ernten, was wir säen.

Früher habe ich immer daran geglaubt, dass das stimmt. Heute kenne ich eine Ausnahme der Regel.

Ich habe all meine Emotionen, meine Zeit und mein Geld in unsere Beziehung investiert. Ich habe Freunde, Familie und Hobbies vernachlässigt, habe meine beste Freundin verloren, und trotzdem war das nie genug. Nie.

Ich habe mich gefühlt wie ein Handyakku, der ständig mit 10% Ladung herumkrebst, dann kurz vor Ende mal kurz zum Aufladen an die Steckdose darf und von dem erwartet wird, dass er nach 5 min an der Steckdose wieder 100% Ladung hat…

Was ich daraus gelernt habe? Wenn das Ernten und Säen in keinem vernünftigen Verhältnis in der Beziehung steht, gehe ich. Ohne Vorwarnung. Mein Leben ist mir zu schade, sowas nochmal durchzumachen. Und wer ein anderes Verständnis von Geben und Nehmen hat, der passt nicht zu mir.

Bin ich in Gefahr?

Während der Trennungsphase steigt das Risiko von körperlicher Gewalt um das Vierfache!

https://www.re-empowerment.de/gewalt/ausstieg/trennung-bei-gewalt/

Auch wenn ich bis auf einige wenige Situationen, die sehr grenzwertig waren, in meiner Beziehung nur mit psychischer und nicht mit physischer Gewalt konfrontiert worden bin, war ich mir vor und nach der Trennung immer extrem unsicher, ob ich mich sicher fühlen darf, oder ob ich in Gefahr bin.

Mal ehrlich: woher soll ich wissen, ob seine Psychoattacken nicht irgendwann doch in physische Gewalt umschlagen? Vor allem, wo es viele Selbstmorddrohungen von ihm gab. Er hatte mich schon einmal im Streit an den Armen gepackt und geschüttelt, weil ich ihn nicht verstanden hatte. Ein anderes Mal hatte er gegen meinen Willen meine Fäuste genommen und damit gegen seinen Kopf getrommelt, wonach mir einen Tag lang die Hand weh tat (Er wollte mir damals zeigen, wie schlecht er sich damit fühl wie ich ihn behandele…). Er hat bei Letzterem völlig ignoriert, dass mir das ja wehtun könnte! – Irgendwann ist immer das erste Mal, und das wollte ich nicht miterleben. Sprich: bloß weil er manches noch nicht getan hat, vertraue ich nicht darauf, dass es nicht passieren könnte.

Also habe ich angefangen, mich zu informieren. Und ich habe mit Schrecken festgestellt, dass dir in so einer Situation, in der du zwar berechtigte Angst hast, dass dir jemand was antut, praktisch niemand helfen kann, solange dir noch nichts angetan wurde. “Niemand” ist vielleicht etwas übertrieben, aber viele Hilfestellungen gibt es nicht.

Drei wichtige Dinge konnte ich allerdings selbst tun:

  1. Mich informieren
  2. Darüber sprechen
  3. Alles dokumentieren
  4. Mich auf den Ernstfall vorbereiten

Ich habe mich informiert.

Und war über alles, was mit unseren Beziehungsproblemen einherging:

  • Über die rechtliche Lage. Hier hat mir z.B. frag-einen-anwalt.de weitergeholfen, weil man dort für wenig Geld eine Einschätzung seiner eigenen Lage bekommt und anonym bleiben kann.
  • Über das Thema Härtefallscheidung. Dieser Beitrag hat mir insofern weitergeholfen, dass ich gesehen habe, dass ich mehr oder weniger auf mich gestellt bin, was nicht schön, aber wichtig zu wissen ist.
  • Über Beratungs- und Schutzeinrichtungen. Ich habe mich über Frauenhäuser, den Opferschutz der Polizei, den psychosozialen Dienst usw. informiert, war bei der örtlichen Frauenberatungsstelle, die im Übrigen auch immer günstige Rechtsberatungen anbietet, und habe mir die Nummer des Hilfetelefons im Handy eingespeichert (aktuell die 08000 116 016).
  • Über die Hintergründe psychischer Gewalt. Das half mir, Muster zu erkennen und früh aus dem Gewaltfreislauf auszusteigen, und ich habe eine Menge über uns beide erfahren. Seiten wie Umgang mit Narzissten, Out of the Fog, Re-Empowerment oder die Borderline-Plattform haben mir hier weitergeholfen.

Ich habe darüber gesprochen.

Ich war lange Zeit isoliert und habe aus Angst, etwas falsch zu machen, keinen Kontakt mehr zu meinen Freunden gesucht. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass ohne den Kontakt nach außen ganz schnell der Draht zu realen Welt abreißt und man alleine nicht so einfach aus der ganzen Situation rauskommt. Also habe ich mir irgendwann professionelle Hilfe geholt und habe langsam und vorsichtig angefangen, mit den Freundinnen, bei denen ich das Gefühl hatte, sie könnten manche Infos verkraften und mich verstehen, über meine Probleme zu sprechen. Das hat mir Kraft gegeben.

Ich habe angefangen, alles zu dokumentieren.

Ja, wirklich alles: jeden Streit, jede Absprache usw. Einen besonders schlimmen Streit konnte ich sogar unbemerkt mit dem Handy aufnehmen (logischerweise nur den Ton), ich führe eine Liste über alles, was zwischen uns passiert, und habe zusätzlich eine Überwachungskamera zuhause installiert, denn man weiß ja nie… Letztere gibt es schon für unter 50 € zu kaufen.

Ich habe mich – so gut es geht – auf den Ernstfall vorbereitet.

Ich habe mir vorgestellt, was im schlimmsten Fall passieren könnte, und das wäre wahrscheinlich eine körperliche Auseinandersetzung im Affekt, deren Härte und Ausgang ich nicht einschätzen kann. In so einem Fall gibt es für mich nur zwei Möglichkeiten: weglaufen oder mich wehren. Weglaufen muss man erst mal können, d.h. man muss fit und schnell genug sein, daher habe ich angefangen, stärker auf meine Gesundheit und Fitness zu achten. Falls Weglaufen aus diversen Gründen keine Option ist, bleibt logischerweise Verteidigen und/oder Kämpfen übrig. Ich habe diese Angst vor der Ungewissheit total gehasst: dieses Gefühl, vielleicht falsch zu reagieren, unterlegen zu sein, nicht lange genug durchzuhalten… und habe einen Selbstverteidigungskurs gemacht, der auf solche Situationen ausgelegt ist. Auch wenn ich das Gelernte für diesen Ernstfall vielleicht niemals anwenden muss, habe ich gemerkt, dass ich mich auch sonst draußen viel sicherer fühle und weniger Angst habe. Insofern hat sich das Ganze auf jeden Fall gelohnt!

Ich kam mir dabei ein bisschen vor wie Jennifer Lopez in “Genug”. 🙂 Glücklicherweise war die Situation bei mir allerdings nie so extrem wie im Film.

Er hatte etwas von Dirty John

Die Serie “Dirty John” habe ich an einem Wochenende komplett gesehen, weil ich es unfassbar fand, wie die Ähnlichkeiten am Anfang zu unserer Beziehung sind. Wie Dirty John sich in ihr Leben geschlichen hat beispielsweise: genau so hat er mein Leben infiltriert – und zwar ohne dass ich es so richtig gemerkt hab.

Auch die Tendenz, Dinge etwas positiver wirken zu lassen, als sie sind: Mein Ex erzählte mir anfangs, er sei an der FH gewesen. Das fand ich gut. Ich halte mich nicht für etwas Besseres, aber mir ist es wichtig, dass mein Partner studiert hat, weil ich das auch habe, denn alte Geschichten werden nachvollziehbarer, man hat ähnliche Zukunftsperspektiven, man ist nicht zu faul, Aufwand auf sich zu nehmen, um ein Ziel zu erreichen, man hat einen gewissen Grad an Intelligenz usw.

Zurück zum Thema: Irgendwann meinte er dann, als ich nachgebohrt habe, was und wie lange und warum er studiert hat, dass es wohl doch nur das Berufskolleg war. – Ernüchterung: Er hat bloß eine Ausbildung gemacht. Das musste ich erst mal schlucken, denn zu dem Zeitpunkt waren wir schon ein Paar. Ich war wie gelähmt: Hatte er bewusst gelogen, um sich besser darzustellen? Und war er so dumm oder dreist zu glauben, dass das funktioniert? Gleichzeitig tat er das mit der Ausrede ab, er habe die Bezeichnungen FH usw. verwechselt, denn es sei ja schließlich schon so lange her, und er machte den Eindruck, als würde er sich deswegen furchtbar schämen, als wäre es ihm peinlich usw. – Ich hätte das gerne weiter erörtert, aber so wie er sich verhalten hat, hatte ich fast Mitleid mit ihm. Ich hatte das Gefühl, es war ihm extrem unangenehm, dass ich ihn missverstanden hatte, und er fühlte sich unglaublich minderwertig, so dass ich es in dem Moment nicht fertig gebracht habe, mich über ihn zu stellen, auf ihn herabzusehen und ihn zur Rede zu stellen.

Er hatte einen Fehler gemacht, und ich habe mich deswegen schuldig gefühlt. Das ist so verrückt! – Schon direkt zu Beginn unserer Beziehung hat er versucht, mich zu manipulieren. Mit Erfolg.

Ich habe damals ignoriert, dass ich ihn gar nicht missverstanden hatte, sondern dass er das Problem war, weil er einfach gelogen hatte. Da gibt es nichts miss zu verstehen: was eine Fachhochschule ist, gehört zur Allgemeinbildung, und im Nachhinein glaube ich, dass er tatsächlich beabsichtigt hat, sein Image durch die “Akademiker-Lüge” aufzupolieren.

Wie ein Frosch im heißen Wasser

Setzt man einen Frosch in heißes Wasser, springt er sofort aus dem Topf. Er merkt sofort, dass ihm das nicht gut tut. Setzt man denselben Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser und erhitzt das Wasser allmählich, bleibt der Frosch drin sitzen.

Ich war wie der Frosch: zu Beginn war unsere Beziehung pures Feuerwerk, ich dachte, ich hätte endlich einen Mann gefunden, der dieselben Ziele und Interessen wie ich hat, und ganz allmählich kam die eine oder andere Situation, die mich stutzig gemacht hat. – Aber isoliert gesehen, hätte es für alles immer einen guten bzw. positiven Grund geben können.

Und dann kamen die Situationen, wo mein Bauchgefühl mir definitiv gesagt hat, dass unsere Beziehung überhaupt nicht mehr normal ist. Aber ich konnte es nicht richtig glauben: er fing an, mich mehr und mehr zu vereinnahmen, mich zu kontrollieren, er wurde eifersüchtig auf Freunde, Familie, Eltern… Er bekam Tobsuchtsanfälle, er machte einmal pro Monat Schluss; um sich dann kurz darauf wieder zu entschuldigen, mir seine ewige Liebe zu beteuern, mir zu sagen, wie sehr er diesen Ausfall doch bedauert. Das war einfach nur verrückt. Aber statt zu gehen, habe ich ganz fassungslos wie ein Zuschauer meine Lage betrachtet, innerlich mit dem Kopf geschüttelt und fand das so seltsam, dass ich wirklich glaubte, dass es sowas ja gar nicht geben kann, und dass es ja irgendwann von allein wieder aufhören musste, denn… nein, das konnte einfach nicht wahr sein!

Irgendwann habe ich es dann realisiert: es wird immer so weitergehen. Und obwohl ich genau wusste, was ich tun musste – nämlich abhauen – hat mich diese Erkenntnis regelrecht gelähmt und mich in den Modus “Durchhalten” versetzt. Ich hätte das nicht erstragen können, wenn ich mich in dem Moment innerlich nicht von allem verabschiedet hätte, was mir wichtig war: Freunde, Familie, Zukunftspläne, finanzielle Sicherheit, Gesundheit, Selbstverwirklichung, persönliche Weiterentwicklung, Hobbies, Glück. Ich habe es zu 80% geschafft, mich damit abzufinden, dass mein Leben vielleicht bis zum Tod einfach nur so ablaufen würde, dass ich nur noch für ihn da bin und versuchte, es ihm recht zu machen. Mit seiner Lebenseinstellung war an Kinder nicht zu denken (bzw. wäre es das Unvernüftigste gewesen, was ich mir je hätte ausmalen können) – also würde dieses Scheißleben dann immer so weiter gehen. Jeder Tag derselbe. Wie im Gefängnis. Und irgendwann wäre es dann endlich vorbei.

Und je mehr sich der letzte Gedanke bei mir breit gemacht hat, desto wütender wurde ich, und zum Glück haben die restlichen 20% mich stark gemacht, um irgendwann abzuhauen.

Ich habe mir irgendwann gesagt: “Es wird nicht besser, wenn du im warmen Wasser sitzen bleibst, denn das Wasser wird heißer werden, nicht kälter. Und es hilft auch nicht, wenn du auf ein Wunder hoffst, denn du brauchst kein Wunder, sondern du hast es selbst in der Hand. Okay, du hast panische Angst. Und falls du darauf wartest und hoffst, dass einfach der Strom ausfällt, ist das verständlich – denn das wäre ja so praktisch. Aber eher gewinnst du im Lotto, also versprich dir selbst, dass du niemals wieder so lange im Wasser sitzen bleibst, sondern beim ersten Anzeichen die Konsequenzen ziehst.” – Denn was ich erlebt habe, darf niemals wieder jemand mit mir machen!