Du denkst ja nur an dich

Er: „Mir tut alles weh wegen des Kissens.“ Ich: „Dann fahren wir los und kaufen dir endlich mal ein Kissen, damit du besser schlafen kannst.“ Er: „Du willst ja nur da hin, weil du dir selbst was kaufen willst.“

Beim Aufwachen. Er: „Mir tut alles weh wegen des Kissens.“
Ich: „Dann fahren wir nachher los und kaufen dir endlich mal ein Kissen, damit du besser schlafen kannst.“
Er: „Du willst ja nur da hin, weil du dir selbst was kaufen willst.“
Danke. Da haben wir’s wieder. Geht’s noch? Vollkommen paranoid. Er denkt wirklich, dass ich die Situation ausnutze, weil ich seit 2 Monaten ab und an erwähne, dass ich gerne eine bestimmte Box hätte. Wie kommt man auf so eine beschissene Idee?
Ich: „Nein, dann fahr von mir aus allein, oder was auch immer. Ich wollte nur, dass du besser schläfst und ein neues Kissen bekommst.“ Vielleicht wäre jetzt mal eine Entschuldigung angebracht, aber nein.
Er verärgert: „Keine Einnahmen, kein Kissen. Wie sollen wir uns was kaufen, wenn nichts reinkommt?“
Ich: „So ein Kissen kostet vielleicht 40 €. Das werden wir ja wohl irgendwie hinkriegen.“
Er geht sauer aus dem Schlafzimmer.
Ich will nett sein, und er glaubt, ich will schon wieder was Böses. Ich habe keine Sekunde an diese beschissene Box gedacht. Sowas macht mich dann auch sauer. Aber ich halte den Mund.

Aus meinem Tagebuch

Also… das “keine Einnahmen” ist ein hausgemachtes Problem. Bevor wir uns kennenlernten, war ich beruflich richtig erfolgreich. Aber nachdem er sich immer mehr und mehr überall einmischte, überall mitreden und vor allem mir die Jobs ausreden wollte, bei denen er keine Kontrolle über mich hatte, habe ich nichts “Passendes” mehr gefunden, konnte quasi nicht arbeiten und blieb zuhause; in seinem “Kontrollbereich” und fing an, alles Ersparte aufzubrauchen und Kreditschulden anzuhäufen. Denn ich hatte Angst vor seinen Tobsuchtsanfällen, falls ich mich für einen Job entscheide, der ihm nicht gefällt. Da er selbst aber nie besonders ambitioniert oder erfolgreich war und immer ganz viele Gründe hatte, warum er denn gerade fast kein Geld verdiente, ergab sich daraus logischerweise ein finanzielles Dilemma, und ich fühlte mich vollkommen unterfordert, unausgelastet und hätte verdammt gern gearbeitet, aber durfte quasi nicht. Er hat mir zwar niemals explizit etwas verboten, aber die Probleme gingen so weit, dass er mir grundlos Verhältnisse mit Geschäftspartnern unterstellte und mir in anderem Zusammenhang erzählte bzw. drohte, dass er bloß mal jemanden dabei erwischen sollte, der versucht, mich ihm auszuspannen. Ohne mich hätte er nichts mehr zu verlieren, und… er hat das Folgende so schwammig ausgedrückt, dass ich davon ausgegangen bin, er wäre bereit, denjenigen mindestens zu verletzen, wenn nicht Schlimmeres… – Und da habe ich verstanden, dass ich möglicherweise die Menschen in Gefahr bringe, mit denen ich zusammenarbeite, ohne dass er damit einverstanden ist.

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